Kosten und Verdienst eines Detektivs

Feste vorgeschriebene Vergütungssätze gibt es im Detektivgewerbe nicht. Die Preisgestaltung zwischen dem Auftraggeber und dem Detektivbüro ist grundsätzlich frei. Nun ist es in der Praxis bei weitem nicht so wie im Fernsehen, dass Briefumschläge voller Geld den Besitzer wechseln. Auch Ermittler sind an die Bestimmungen des BGB und HGB gebunden.


Die Berufsverbände haben zusätzlich eigene Leitlinien entworfen, die jedoch nicht bindend sind. Die Bezahlung eines Detektivs läßt sich am ehesten mit der eines guten Handwerkers vergleichen. Der Detektiv muss im Vorfeld den Auftraggeber über sein Honorar, die zusätzlichen Ausgaben und den zu erwartenden Zeitaufwand informieren.


Wichtig ist für jeden Privatermittler, dass bei Auftragsannahme eine klare und schriftliche Kostenvereinbarung getroffen wird. Der Auftraggeber kann darin auch einen Maximalbetrag festlegen, sofern der Umfang und das Ausmaß der Tätigkeit bei Vertragsabschluss noch nicht genau abzuschätzen sind. Der Detektiv wiederum kann die Auftragsannahme und -ausführung von einem angemessenen Vorschuss abhängig machen.


Üblich ist, dass die Bezahlung auf Grundlage eines festen Stundensatzes vereinbart wird. Hinzu kommen Zahlungen für Sachaufwendungen und Spesen. Für bestimmte, klar definierte Aufträge werden teilweise auch Pauschalhonorare vereinbart. In diesen Fällen liegt das Risiko des Zeitaufwandes auf Seiten des Detektivs. Rechtlich möglich ist auch die Vereinbarung eines Erfolgshonorares oder einer Erfolgsprämie. Dies ist in der Realität jedoch unüblich, da der Detektiv in den seltesten Fällen einen Erfolg garantieren kann.


Das Detektivgewerbe hat sich in Bezug auf die Preisgestaltung einen Ehrenkodex auferlegt, an den sich die meisten Anbieter auch halten. So ist es grob standeswidrig Notlagen und Unerfahrenheit der Klienten auszunutzen. Außerdem darf sich der Ermittler mit der Ausführung eines Auftrages keinen eigenen Vermögensvorteil aus der Sache verschaffen. Dieser Grundsatz kann in der Praxis eventuell mit der Vereinbarung eines Erfolgshonorares kollidieren.


Die Rechnungslegung seitens eines Detektivbüros hat drei Punkte klar abzugrenzen. Das Honorar, der sachdienliche Aufwand und die sacherforderlichen Spesen müssen getrennt ausgewiesen werden. Zum sachdienlichen Aufwand gehören beispielsweise Barauslagen und Aufwendungen im Sinne des Auftraggebers. Sacherforderliche Spesen sind Verpflegung sowie Reise- und Übernachtungskosten. Beim Einsatz von Fahrzeugen sind entsprechende Kilometerpauschalen festzulegen. Die Kostenberechnung für den Einsatz technischer Hilfsmittel ist frei vereinbar.


Grundsätzlich kann gesagt werden, dass auch Detektive in einem Konkurrenzkampf stehen und somit die Preise vom Markt gestaltet werden. Reichtum kann durch das Ermittlerhandwerk in den seltesten Fällen erreichen, einen gesicherten Lebensunterhalt hingegen kann der Detektiv erwirtschaften.