Ein richtiger Detektiv werden

Als Detektiv kann sich in Deutschland jede Person bezeichnen, die eine entsprechende Gewerbeanmeldung vollzogen hat. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, so dass quasi jeder Einzelne die Tätigkeit ausüben und auch den Namen Privatdetektiv tragen kann. Entsprechende Vorkenntnisse und Ausbildungen werden nicht gefordert.


Seit 1998 besagt die Gewerbeordnung wenigstens, dass die zuständige Behörde vor Ausstellung der Genehmigung von den angehenden Ermittlern ein polizeiliches Führungszeugnis anfordern muss, um deren Zuverlässigkeit zu prüfen.


Sinnvoll für jeden angehenden Detektiv ist es, sich einer Eigenprüfung hinsichtlich der Charaktereigenschaften und der Belastungsfähigkeit zu unterziehen. Die Arbeit der privaten Ermittler ist, im Gegensatz zu den Darstellungen in Filmen, bei weitem nicht so spektakulär und aufregend. Langatmige, oft auch langweilige Ermittlungen und Observationen gehören zum täglich Brot der Detektive.


Deshalb sollte jeder angehende private Ermittler für sich selbst prüfen, ob er genügend Ausdauer, Durchhaltevermögen, Allgemeinwissen, Flexibilität, Hartnäckigkeit, Organisationskenntnisse, logisch-kombinatorisches Denkvermögen und vor allem ausreichend Zeit für diesen Beruf aufbringt. Ein acht-Stunden-Arbeitstag ist bei entsprechenden Aufträgen in der Praxis eher die Seltenheit, Tag- und Nachtschichten, hin und wieder auch 24 Stunden-Tage hingegen die Regel.


Obwohl, wie beschrieben in Deutschland keine Ausbildung zum Detektiv vorgeschrieben ist, empfiehlt es sich einen entsprechenden Weg zu gehen. Renomierte Detekteien bieten oft Praktikumsplätze für interessierte Neueinsteiger an.


Informationen dazu sind über den Bundesverband Deutscher Detektive, dem BDD e.V., oder über einen der 30 anderen, kleineren Berufsverbände zu erhalten. Einige der Verbände haben gemeinsam die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe, kurz ZAD, gegründet. Die ZAD schult beispielsweise praktikums- und berufsbegleitend bis zu zwei Jahren Neustarter in Blockseminaren und Lehrgängen.


Auch eine Art Fernstudium ist möglich. Das theoretische Wissen, welches in der Ausbildung vermittelt wird, wird in einer Abschlussprüfung bewertet. Absolventen der ZAD können sich "geprüfte Detektivin/geprüfter Detektiv" nennen. Die Ausbildung erfolgt insbesondere in den Bereichen Kriminalistik, Recht, detektivische Fachkunde und operative Technik.